Daten des chinesischen Handelsministeriums zufolge wurden in den ersten sieben Monaten 2026 landesweit 37.711 neue ausländisch investierte Unternehmen gegründet (4,4 % mehr als im Vorjahr); die tatsächlichen ausländischen Direktinvestitionen in Hochtechnologiebranchen erreichten 182,31 Mrd. Yuan (32,7 % Wachstum). Im ersten Halbjahr 2026 erhöhten rund 4.800 ausländische Unternehmen ihre Investitionen in China. Hinter diesen Zahlen steht ein struktureller Wandel: Ausländische Unternehmen bewegen sich von „In China hergestellt“ zu „In China erfunden“ und gründen vor Ort Forschungs- und Innovationszentren.
Dieser Wandel „von China-Produktion zu China-F&E“ zeigt sich in konkreten Beispielen. Der deutsche Optikkonzern Zeiss kam vor 69 Jahren nach China und durchlief drei Phasen: zunächst Absatzmarkt, dann Werksaufbau samt Einführung von Forschung und Entwicklung und Aufbau der Lieferkette, heute die Phase der gemeinsamen Innovation mit China. Wie Zeiss-Chef für Großchina, Maximilian Foerst, sagt: „Wir innovieren nicht nur für den chinesischen Markt, sondern für die ganze Welt.“ ABB Robotics unterhält seit 2005 ein rund 300 Köpfe starkes F&E-Team in China; China ist ABBs größter globaler Robotik-Absatzmarkt und bildet mit Schweden ein „Zwei-Zentren“-Modell. Das globale F&E-Zentrum für kleine Roboter, das F&E-Zentrum für Steuerschränke und einige Chief Experts resideren in China. ABB-China-Chef Han Chen sagt, Forschung und Entwicklung in Shanghai seien „schneller und flexibler als in Schweden“.
Was bedeutet das für ausländische Marken? China verbindet einen gigantischen Konsummarkt, ein tiefes Talentreservoir (Ingenieurwesen, KI, Fertigung), reife Lieferketten und eine aktive politische Unterstützung. Für einen ausländischen Verkäufer oder eine Marke bedeutet der China-Einstieg heute nicht mehr nur, Produkte zu exportieren, sondern mit chinesischen Partnern und Talenten gemeinsam zu entwickeln, die Time-to-Market zu verkürzen und von China aus globale Reichweite zu gewinnen.
Auch die Politik unterstützt das. Das „Verzeichnis der für ausländische Investitionen geförderten Industrien (Ausgabe 2025)“ ist in Kraft und lenkt FDI in moderne Fertigung, moderne Dienstleistungen, Hochtechnologie sowie Energieeffizienz und Umweltschutz. Der „Aktionsplan zur Stabilisierung und Optimierung ausländischer Investitionen“ adressiert ausländische M&A und grenzüberschreitende Datennutzung und erhöht so die Investitionserleichterung. Das senkt die Hürden für den Aufbau einer lokalen Innovationspräsenz.
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